Technik des Weitschiessens


Wie geht das? Die Grundtechnik

Videos von sehr guten Schützen finden Sie hier...

Das Weitschuetze benoetigt neben Kraft und extremer Beweglichkeit auch noch eine ausgefeilte Technik um herausragende Leistungen zu bringen.

Die im folgenden erklaerte Technik ist die Grundtechnik. Vorteil ist ganz klar die leichte Erlernbarkeit. Der Nachteil gegenueber der "Profitechnik" ist die wohl etwas geringere Weite, die damit erreicht werden kann.


Vorbereitung
Beiden gemeinsam ist die Vorbereitung des Schuetzen. Das Dehnen und Stretchen der Muskeln, kurzum das Aufwaermen des Koerpers, ist fuer die Weitschuetzen aufgrund der hohen Kurzzeitbelastung sehr wichtig. Besonders die Gelenke des Oberkoerpers und der Ruecken sind die Knackpunkte. Durch Fitnes und eben Aufwaermen kann einer gesundheitlichen Beeintraechtigung vorgebeugt werden.
Weiterhin ist es sehr wichtig, das Material zu kennen und auch dieses optimal fuer die Schussabgabe vorzubereiten. Dazu gehört das "Buersten" des Stieles, um die Griffigkeit zu erhoehen und das Einreiben der Schusshand mit Magnesiumcarbonat
.

Schussphasen
Den eigentlichen Schuss kann man in vier Phasen unterteilen:

Phase 1 - Vorphase:
- richtiges Hinstellen in der Standvorrichtung
- lockeres Einschwingen des aufgewärmten Körpers
- Konzentration auf den Bewegungsablauf bei der Schußabgabe
- Konzentration auf die Idealbahn zwischen den Begrenzungslinien




Phase 2 - Reaktionsphase:
- richtige Ausgangsstellung zum Beschleunigen
- Muskelanspannung im ganzen Körper
- Vordehnung des gesamten Körpers



Das Schwungbein so weit nach hinten zu ziehen, dass man praktisch nur noch auf einen Fuss steht, ist nur fuer die Fortgeschrittenen geeignet. Am Anfang sollte man sich damit begnügen, das Schungbein an den Standfuss zu ziehen. Wichtig ist die Spannung des Koerpers im Schulter- und Rueckenbereich und das Mitfuehren des linken syncron zum rechten Arm.



Phase 3 - Beschleunigungsphase:
- explosive Beschleunigung des Stockes mit Arm- und Schultermuskulatur Gleichzeitiger Bewegungsanfang des Ausfallschrittes
- setzen des Ausfallschrittes ( je nach Körpergröße )
- Körperschwerpunkt absenken
- Drehung des Körpers in Schußrichtung
- Stetiger Drang nach vorne durch abstoßen aus der Standvorrichtung
- Gleichzeitiges durchstrecken des linken Beines ( nun alleiniges Standbein ) und aufrichten des Oberkörpers
--> dies entspricht einer nochmaligen Beschleunigung des Stockes durch Verkürzung des Schwungradius



Im linken Foto sehen Sie den Beginn der 3. Phase. Der linke Fuss wird wieder nach vorne geholt und dabei der Schwungarm syncron zur Schusshand nach vorne geschwungen. Durch das Ziehen des Stockes nach unten und in Richtung Bahn kommt es zu einer ungeheuren Beschleunigung, die durch Techniken, wie z.B. das Einklappen des Stockes und einer geeigneten Drehung des Oberkoerpers noch verstaerkt wird.
Der Ausfallschritt sollte ungefaehr dort enden, wo der Stock die Hand verlassen soll. Je nach Koerpergroesse kann dies durchaus ein halber Meter sein. Ein zu grosser Schritt stoert die Schussfolge extrem, so dass ein guter Versuch nicht mehr moeglich ist.




Phase 4 - Abschußphase:
- Auslassen des Griffes in Höhe des linken Fußes
- flaches Aufsetzen des Stockes nach etwa 10 Meter
- Entfaltung der Kräfte ohne Stock nach vorne und nach oben
- Übergang in die normale Schrittfolge
- Körperschwung abfangen bis zur 7-Meterlinie
- Abschußgeschwindigkeit ca. 55 km/h



Ein grosses Problem gerade fuer Anfaenger stellt das Auslassen des Stieles zum richtigen Zeitpunkt dar. Das Timing ist nur durch viel Uebung und Konzentration erlernbar. Ein grober Anhaltspunkt ist die Laenge des Ausfallschrittes.
Der Stock bekommt in dieser Phase durch das Aufrichten des Oberkoerpers und das Abdruecken von der Standvorrichtung noch zusaetzlichen Schwung mit. Gute Schuetzen leiten die ueberschussige kinetische Energie durch einen Sprung nach vorne und oben ab. Es kann also durchaus ein Problem sein bei der 7-Meter-Marke zum Stillstand zu kommen. Auf Eis ist dies nur mit Sprinterschuhen oder guten Ueberziehspikes moeglich.

Der ideale Schuss kann nur durch eine optimale Kombination von Technik, Muskel- und Schnellkraft erreicht werden. Dazu gehoert neben einer guten Portion Talent und den koeperlichen Voraussetzungen natuerlich viel Uebung. Training auf der Bahn und im Fitnesstudio ist fuer die Top-Sportler ein Muss.
Trotzdem moechten wir gerade unsere jungen Sportler anspornen sich die Technik einmal zeigen zu lassen und die von den Verbaenden angebotenen Lehrgaenge zu besuchen. Ihr werdet sehen, es kann sich lohnen.

last modified 11.11.2002